In der Peepshow
Ein etwas mulmiges Gefühl überkommt mich, als ich mich dem Etablissement vorsichtig nähere. Etwas verruchtes, verdorbenes geht mit der Ausstattung einher. Die Straße vor der Tür ist so gut wie leer, ein junges Mädchen in Jeansmini und einer engen rosa Bluse steht kaugummikauend an der Bushaltestelle.
Als sie mich sieht und meine Absicht entdeckt grinst sie frech und zieht mit den Fingern den Kaugummi zwischen den Lippen hervor, wickelt ihn kokett um ihren Zeigefinger und legt gegen die Laterne gelehnt den rechten Fuß von hinten an die linke Wade. Ihr blondes Haar leuchtet in dem fahlen Licht der Straßenlaterne.
Ich weiß nicht, ob sie eine der Prostituierten ist, die gleich in Scharen durch diese Straße laufen werden, oder ob sie einfach nur auf den Bus wartet. Ist letzteres der Fall, sollten ihre Eltern sich besser darum kümmern, daß sie nicht gerade abends allein durch diese Straße spaziert.
Ich wende mich von ihr ab und versuche zu verdrängen, daß dieses junge Ding jetzt hinter meinem Rücken über mich lachen wird, wenn sie sieht, wo ich hingehe. Warum stört es mich? Sie kennt mich doch gar nicht.
Ich schiebe den schweren dunklen Vorhang zur Seite, der den Einblick in das Haus verhindert und gehe hinein. Drinnen ist es duster und muffig, es riecht nach altem Schweiß und Körperflüssigkeiten. Ich unterdrücke ein leichtes Würgen und gehe auf die Einrichtung zu, die mich an eine alte Kinokasse erinnert. Hinter der Glasscheibe sitzt eine ziemlich dicke Frau mittleren Alters, die hingebungsvoll ihre langen Nägel lackiert. Mindestens fünf Minuten lang stehe ich demütig vor ihr und warte darauf, daß sie mich bemerkt, drehe hin und wieder den Kopf nach hinten um zu sehen, ob nach mir noch jemand durch diese dunkle Wand kommen wird.
Schließlich räuspere ich mich vernehmlich und bewege meinen Körper ein wenig, um auf mich aufmerksam zu machen. Sie sieht von ihren Nägeln auf und lächelt mit ihren bemalten Lippen. Ein schmaler, pinkfarbener Mund in einem Gesicht voller Speck, weich und warm sieht sie aus, obwohl ihre Augen winzig klein wirken durch das aufgequollene Fett in ihrem Gesicht. Trotzdem hätte ich jetzt mehr Lust, mich an ihre großen einladenden Brüste zu kuscheln als das zu tun, was ich vorhabe. Aber dafür wird sie nicht bezahlt.
“Was kann ich für Sie tun?” fragt sie freundlich. Sie hat eine merkwürdig erotische Stimme für eine so dicke Frau, dunkel und rauh. Sicher war sie früher eine Prostituierte. Ich ringe nach Worten, was kann sie für mich tun? Was will ich hier eigentlich? Wie bin ich hierhergeraten? “Sie sind zum ersten Mal hier, richtig?” fragt sie neugierig, steckt den kleinen Pinsel in die Nagellackflasche zurück und beugt sich ein wenig zu mir vor, so daß ich in ihrem Dekolleté die Ansätze ihrer enormen Brüste sehen kann.
Ich nicke verlegen und weiß immer noch nicht, was ich ihr sagen soll. Sie lächelt freundlich, beinahe mütterlich und reicht mir eine abgerissene Eintrittskarte durch den Spalt in der Scheibe. “Kostet 20 DM, eine halbe Stunde. Reicht Ihnen das?” . Ich stottere dämlich Jaja, nehme die Karte an mich, lege einen Fünfzigmarkschein auf das alte, abgenutzte Plastikschälchen unter dem Spalt und gehe rasch hinein. “Ihr Wechselgeld!” ruft sie hinter mir her, doch ich gehe schnell weiter, soll sie den Rest doch behalten, eine halbe Stunde reicht, eigentlich reichen fünf Minuten, aber wie soll ich ihr das erklären?
Ich nähere mich einer weiteren Tür, die durch einen dunkelroten Samtvorhang verhüllt ist. Ein imposanter Kerl mit Glatze und Bomberjacke steht im Eingang und grinst. “Na, Junge? Auch noch ein bißchen Spaß haben am frühen Abend? Ja, das sind die wahren Kenner, die um diese Uhrzeit herkommen, Du weißt, daß meine Mädels jetzt noch frisch und geil sind, nicht?” Auf diese Art von Diskussion bin ich nicht vorbereitet und ich habe auch nicht vor, mit ihm über die Geilheit “seiner” Mädels zu sprechen. Schon gar nicht über SIE. Aber jetzt ist es wohl so weit, jetzt muß ich raus mit der Sprache. “Ich möchte zu Jasmin,” sage ich leise und versuche, seinem durchdringenden Blick standzuhalten. Der Gedanke, daß er weiß, was ich in einer dieser kleinen Kabinen gleich tun werde macht mich unendlich nervös. Es ist beinahe so peinlich wie die Spermaprobe beim Urologen, als mir dieses junge Ding von Arzthelferin sichtlich erheitert das kleine Plastiktöpfchen in die Hand drückte und mir die Bedienung des Videorekorders erklären wollte.
Die Tatsache, daß sie vor der Kabine stehenblieb und die enormen Laute des Pornofilms hörte machte die Sache nicht einfacher für mich. Erst als ich mir vorgestellt hatte, ich sei mit ihr in dieser Kabine, sie läge vor mir auf dem Boden und streckte mir ihren kleinen knackigen Po entgegen, flehte mich an, sie zu nehmen, hart und fest, und ich daran dachte es ihr so richtig zu besorgen konnte ich mich laut aufstöhnend in den kleinen Plastikbecher entladen.
Bei aller Phantasie kann ich mir das mit ihm nun absolut nicht vorstellen. Aber er lächelt wissend und zeigt mir eine kleine Kabine, nachdem er mir zuvor den mittlerweile von meinen Händen feucht gewordenen Abschnitt der Eintrittskarte abgenommen hat.
“Viel Spaß,” sagt er und drückt irgendeinen kleinen Knopf, wahrscheinlich um die halbe Stunde einzuprogrammieren, die ich nun mit ihr verbringen darf. Ich zwänge mich durch den schmalen Eingang der Kabine und schließe hinter mir ab. Vorne befindet sich ein kleines Plexiglasfenster, durch das ich sehen kann. Ein alter Stuhl, dessen Stoffbezug schon wesentlich bessere Tage gesehen hat, steht in der Kabine. Vor dem Fenster steht eine Packung Kleenex. Der Geruch, der mir in die Nase dringt ist noch intensiver als draußen, und ich versuche mir nicht vorzustellen, wie viele Männer schon ihren Samen in dieser Kabine verschleudert haben.
Aufgeregt setze ich mich auf den Stuhl und starre durch die Plexiglasscheibe. Draußen, weit weg, so kommt es mir vor, sitzt sie. Noch ist sie angezogen, ihre langen schwarzen Haare fallen weich über ihren Rücken, ihre festen Brüste sind in einen dieser modernen Push-up-BHs gezwängt und schreien nach Befreiung.
Leise Musik ertönt von draußen, und jetzt sieht sie durch die Glasscheibe in meine Kabine, lächelt mich an und steht von ihrem Stuhl auf. Aufgeregt öffne ich die Tür der Kabine und sause auf den Glatzkopf zu. “Kann sie mich von draußen etwa sehen?” frage ich hektisch und bemerke die beiden alten Männer kaum, die grinsend hereingekommen sind und in jeweils einer der Kabinen verschwinden. Der Glatzkopf lacht. “Nicht wirklich. Aber sie kann sehen, in welcher Kabine ein Kunde sitzt.” Aufatmend schleiche ich in das modrige Verlies zurück und lasse mich wieder auf den Stuhl fallen. Jetzt hat sie sich wohl einem der alten Männer zugewandt, der nebenan sitzt und wahrscheinlich einen seiner letzten Orgasmen haben wird heute abend.
Sie bewegt sich langsam im Rhythmus der Musik, ihre schlanken Hüften kreisen und mit aufreizendem Lächeln greift sie hinter ihren Rücken, um ihren Brüsten endlich die Freiheit zu gewähren, nach der sie verlangen. Ihre Brustwarzen sind rosa und weich und verraten, daß sie eine echte Blondine ist. Warum hat sie sich bloß die Haare dunkel gefärbt?
Nach ein paar Minuten Tanz dreht sie ihren Zuschauern den Rücken zu und zieht mit einer raschen Bewegung das winzige Höschen nach unten. Zwischen ihren Pobacken leuchtet das feine Schamhaar, und man kann einen Hauch ihrer Genitalien sehen. Aus der Kabine nebenan dringt ein vernehmliches Stöhnen, und ich versuche verzweifelt mir jetzt nicht diesen alten sabbernden Mann vorzustellen, der wahrscheinlich mit heruntergelassener Hose auf dem alten Stuhl sitzt und verzweifelt versucht, seine Erektion noch ein Weilchen länger zu erhalten.
Sie geht zu ihrem Stuhl zurück und setzt sich darauf, den Kabinen zugewandt. Nun lächelt sie wieder hier hinein, fährt mit ihren Fingern durch ihr langes Haar und gleitet langsam ihr Gesicht hinab, um an ihren vollen dunklen Lippen hängenzubleiben. Spielerisch wie das junge Mädchen an der Bushaltestelle versenkt sie ihren rechten Mittelfinger zwischen den feuchten Lippen, schließt die Augen, legt den Kopf ein wenig in den Nacken und fährt mit der anderen Hand ihre Brüste entlang, so daß sich ihre Brustwarzen in Rekordgeschwindigkeit aufrichten. Gekonnt zupfen ihre Finger an den harten Nippeln, während ihr Mittelfinger lüstern in ihren Mund gleitet und wieder herauskommt. Sie spitzt die Lippen und imitiert Saugbewegungen an ihrem Finger, hebt die Hüften ein wenig und spreizt nun endlich die Beine.
Nebenan ejakuliert der alte Mann, das kann ich deutlich hören. Mir wird übel, aber ich bleibe sitzen und harre aus, sehe fasziniert zu, wie nun ihre linke Hand zwischen ihre Schenkel rutscht und anfängt, sie zu streicheln. Ihre Hüften bewegen sich im Takt, rhythmisch hebt und senkt sie ihren Po von dem Stuhl, immer schneller werden die kreisenden und streichelnden Bewegungen ihrer Finger. Mit der anderen Hand massiert sie nun ihre wunderschönen Brüste, dann steht sie von dem Stuhl auf, dreht sich um, reckt mir und uns ihren wunderbaren Po entgegen, stützt sich mit den Armen auf der Stuhllehne ab und macht leichte Stoßbewegungen mit den Hüften.
Ich versuche, die Erektion in meiner Hose zu verhindern, das kann nicht sein, das darf nicht sein, ich kann doch nicht…aber ich kann mich ihrer nicht erwehren. Verzweifelt bemühe ich mich, wegzuschauen, ich werde nicht die Hose öffnen und mir selbst Erleichterung verschaffen, das werde ich nicht tun.
Sie legt sich auf den Boden und greift zur Seite, um einen großen schwarzglänzenden Dildo irgendwoher zu nehmen. Sie bäumt den Oberkörper auf, so daß ihre Brüste zur Seite fallen und ihre langen Haare dekorativ hinter ihrem Kopf auf dem Boden liegen, die schlanken Beine hat sie leicht aufgestellt und gespreizt. Und als das schwarze Ding zwischen die Schenkel fährt und eindringt, höre ich ein mehrstimmiges Stöhnen aus den umliegenden Kabinen. Mir ist warm und mit einem Kleenex wische ich den Schweiß von der Stirn. Eigentlich habe ich genug gesehen und sollte nun einfach verschwinden, aber ich kann nicht. Ihr Anblick fesselt mich, ich muß mir selbst eingestehen, daß ich selten etwas erotischeres gesehen habe. Ekstatisch hebt und senkt sie ihren Unterleib, wild fährt der Dildo hin und her, mit der anderen Hand reibt sie an ihrem Schoß, und ich kann deutlich sehen wie ihre Feuchtigkeit den Dildo noch glänzender gemacht hat.
Obwohl ich meine Finger nicht bewegt habe und sie noch immer steif und kalt auf dem kleinen Vorsprung unter der Plexiglasscheibe liegen spüre ich, daß ich gleich kommen werde. Mein Penis ist dermaßen angeschwollen, daß der Reißverschluß der Hose unangenehm in das weiche Fleisch schneidet. Aber ich werde ihn nicht herausholen, ich werde ihn nicht anfassen.
Ihre Bewegungen werden schneller, sie wirft den Kopf auf dem Boden hin und her, ihre Brüste beben, und dann stößt sie den Dildo fest in sich hinein, bäumt mit aufgerissenem Mund und fest geschlossenen Augen ihren ganzen Körper in einer Welle der Ekstase auf, und da ist es soweit, ich fühle meine Hose feucht werden und eine enorme Hitze durchdringt mich.
Peinlich berührt stehe ich auf und wanke mit weichen Knien und unangenehm feuchter Hose aus der Kabine. “Na, war’s schön?” fragt der Glatzkopf lüstern und grinst wissend. Ich ignoriere ihn und gehe an ihm vorbei, hinaus aus dem Laden, auf die Straße, in die verregnete Dunkelheit dieses frühen Winterabends. Die kühle, frische Luft raubt mir den Atem nach der Hitze der Kabine, und mit Tränen in den Augen laufe ich nach Hause.
Unter der Dusche wasche ich die mittlerweile eingetrockneten Reste meiner Ejakulation von meinem Körper und versuche, zu vergessen. Doch ihr Anblick hat sich tief in mein Hirn gebrannt, immer wieder tauchen diese Bilder von ihr auf und lassen mir einfach keine Ruhe.
Die Badezimmertür geht auf und sie kommt herein. “Hallo Jasmin,” bringe ich leise hervor und drehe ihr den Rücken zu. Ich höre ihre Schritte, höre, wie sie die Kleider vom Leib streift und an das Waschbecken geht, um sich zu waschen. “Na, Papa, wie war die Arbeit?”

